14. Mai 2015
Kategorie: Presse / Media

Gesundes Wohnen? Aber natürlich!

Es ist kalt und dunkel draußen – drinnen aber im Haus ist es hell und warm und gemütlich. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit ist man gerne daheim. In keiner anderen Zeit schätzt man die Behaglichkeit der eigenen vier Wände mehr. Ein kuscheliges Nest für die ganze Familie soll es sein. Doch mit diesem Wunsch wächst auch das Bedürfnis, in einer gesunden und natürlichen Umgebung zuhause zu sein. Gut für die Familie, aber auch gut für die Umwelt.


„Homing“ ist ein Schlagwort unserer Tage: Der Begriff „Homing“ beschreibt eine Lebensart, bei der das eigene Zuhause zum sozialen Lebensmittelpunkt wird. Der Begriff wurde Anfang der 2000er Jahre geprägt und hat „Cocooning“ (den Rückzug in das häusliche Privatleben), das die amerikanische Trendforscherin Faith Popcorn schon in den späten Jahr 1980er Jahren verwendete, abgelöst. Dem Trend folgte schnell die Wirtschaft, neue Produkte kamen und kommen auf den Markt, namhafte Designer und Modefirmen begannen, auch Möbel, Stoffe, Teppiche, Wandfarben und Wohnaccessoires zu entwerfen und zu gestalten. Der Markt wuchs und wächst weiter, folgend der Bereitschaft, mehr Geld für’s Daheim auszugeben.

 

Die persönliche Wohnumgebung hat also an Bedeutung gewonnen und gewinnt noch immer dazu. Die Wände, die Möbel, die Böden – alle Einrichtungsgegenstände sollen schön und modern sein und harmonieren. Aber es gibt noch einen weiteren Trend: wir wollen auch möglichst natürlich, umweltbewusst und -gerecht und nicht zuletzt gesund wohnen.

 

Dazu haben wir Sascha Pehl, Geschäftsführer der Firma Pehl Wohnraumgestaltung in Lilienthal, befragt: Hat sich die Nachfrage im Bereich „Wohnraumgestaltung“ in den letzten Jahren verändert?

Ja, die Nachfrage hat sich deutlich multipliziert, was auch durch die günstigen Finanzierungskosten, die die Banken seit einiger Zeit anbieten, gestützt wird. Geben die Kunden jetzt mehr Geld dafür aus? Die Kunden, die die finanziellen Möglichkeiten haben, legen deutlich Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Wer die Möglichkeit hat, investiert gerne in das eigene Zuhause und ist auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Der vermehrte Wunsch nach individuellen, maßgeschneiderten Lösungen und dem Kauf von Unikaten ist spürbar, die Wertigkeit des Daheims deutlich gestiegen. Können Sie uns sagen, wann die Bedeutung gesunder, ökologischer Materialien und Baustoffe gestiegen ist? Den Trend gibt es schon seit über 20 Jahren! Im Laufe der Zeit hat sich aber das Angebot für die Kunden stark erweitert – nun gibt es nicht mehr nur die Anbieter, die schon immer auf ökologische Produkte spezialisiert waren, denn auch die Hersteller konventioneller Werkstoffe haben deutlich nachgebessert. So dass es heute auch hervorragende synthetische Werkstoffe gibt, deren Wertschöpfungskette und Herstellung absolut empfehlenswert ist und eine gesunde Wohnumgebung gewährleistet.

 

Was bedeutet „ökologisches, gesundes Bauen und Wohnen“?

Für mich bedeutet das vor allem die Beachtung des ökologischen Kreislaufs in allen Bereichen: Die energiesparende und CO2-arme Herstellung der Produkte, der Einsatz nachwachsender Naturwerkstoffe und emissionsarmer oder -freier Werkstoffe, Müllvermeidung und Möglichkeit der Wiedereinbringung der alten Werkstoffe in den Produktionskreislauf. Aber auch und nicht zuletzt die Beachtung der natürlichen Instinkte der Kunden beim Kauf der Produkte, das Wissen jedes Einzelnen darum, was für ihn gut ist und ihm gut tut.

 

In welchen Bereichen findet es vor allem Anwendung?

Da gibt es keine Schwerpunkte. In allen Bereichen rund ums Wohnen ist der Einsatz gesunder, ökologischer Produkte möglich! Boden, Wände, Farben, Möbel, Dekorationsmaterialien, Dämmstoffe, Heizung, Küchen – überall hat der Kunde die Wahlmöglichkeit.

 

Bedeutet das überwiegend „Holz“?

Auf gar keinen Fall! Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher gesunder Materialien.

 

Was sind weitere ökologische, gesunde Baustoffe/Materialien?

All die Werkstoffe, die durch Wiederverwendung beziehungsweise Recycling wieder dem Kreislauf zugeführt werden können: da gibt es Lehm, Bambus, Baumwolle, Wolle, Ziegenhaar, Hanf, Mais und vieles mehr. Oder aber Produkte, die immer mehr der Natur angepasst werden. Hier können neuartige Verbundstoffe und -techniken wie Lacke und Leime, Nitrokunstharze, bitumengebundene, wasserbasierende Produkte und natürliche Terpene genannt werden.

 

Sind die Kunden bereit, dafür mehr Geld auszugeben? Wächst die Nachfrage merklich?

Ja, ganz klar! Das Interesse ist deutlich gestiegen.

 

Werden die neuen Materialien vor allem auf Nachfrage der Kunden verwendet, oder empfehlen Sie?

Zum einen werden die Produkte aktiv vom Kunden nachgefragt. Unsere Grundphilosophie ist aber sowieso die Orientierung an den ökologischen Grundsätzen, danach wählen wir auch unsere Hersteller aus. Und wir informieren die Kunden auch, wenn über Produkte gesprochen wird, die unseren Kriterien nicht entsprechen.

 

Welche Fragen stellen die Kunden überwiegend zum Thema?

Die Hauptfrage ist sicher die nach Gefahrenstoffen und Emissionswerten.

 

Ihre Meinung: Muss es ökologisch sein?

Es gibt individuelle Verträglichkeiten von Rohstoffen auf den jeweiligen Organismus, heute haben viel mehr Menschen Allergien. Es kann durchaus sein, dass für den Einzelnen rein ökologische Werkstoffe schlechter verträglich sind als synthetische Werkstoffe, die der Natur angepasst sind. Das muss jeder selbst reflektieren. Es gibt aber eindeutig Werkstoffe wie PVC, die wir nicht empfehlen. Sie entsprechen einfach nicht dem menschlichen Organismus.

 

Gibt es einen eindeutigen Nutzen?

Der Nutzen für die Umwelt und damit für jeden von uns ist unbestritten.

 

Muss „gesund“ = teurer sein?

Nein, überhaupt nicht. Mit einfachen Mitteln kann man beispielsweise eine hervorragende Bodensituation schaffen, indem man heimische Holzarten einsetzt. Auch Hanf ist nicht wesentlich teurer als konventionelle Materialien. Erst der Einsatz von maßgeschneiderten Sonderlösungen verursacht Mehrkosten durch den gesteigerten Stundenaufwand der Handwerker.

 

Thema „Dämmstoffe“: Steht das im Vordergrund?

Ja, da gibt es sehr viele Fragen. Natürliche Dämmstoffe werden als Alternative von Styropor vermehrt nachgefragt. Die fehlende Atmungsaktivität, die Brandgefahr und die hohen Emissionswerte konventioneller Dämmmaterialien sind den Kunden durchaus bewusst.

 

Ist die Wertschöpfungskette von Baustoffen nachvollziehbar?

Es gibt eine Vielzahl von Referenzbeispielen, die die Wertschöpfungskette detailliert abbilden. Aber es herrscht auch noch großer Nachbesserungsbedarf!

  

Was können Sie beim Bau/Umbau/Ausbau heute grundsätzlich raten?

Achten Sie auf Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und folgend Sie Ihren natürlichen Instinkten beim Auswahl der Materialien. Siegel und Zertifikate können außerdem die Auswahl erleichtern. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, auch zum Thema Transparenz der Wertschöpfungskette.

 

Vielen Dank Herr Pehl, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben!